Warum eine Agenda 21? - Agend 21 Bad Camberg

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Warum eine Agenda 21?

Agenda 21

Die Menschheit steht seit Beginn des 21. Jahrhunderts vor ihrer wahrscheinlich größten Herausforderung. Die stetig steigende Weltbevölkerung mit inzwischen 7 Milliarden Menschen verbraucht bereits jetzt 25 % mehr "Erde", als ihr zur Verfügung steht.

Eine Studie des WWF aus dem Jahre 2002 stellt fest, dass die Grenzen der Belastbarkeit unseres Planeten sind bereits überschritten sind. Wie soll das funktionieren, wenn sich in 50 Jahren 9 Milliarden Menschen den Erdball teilen müssen?

30 % der Menschen leben in Wohlstand, während 70 % mit Armut zu kämpfen haben. Ein Drittel der Weltbevölkerung hungert und durstet. In diesem Spannungsfeld entstehen ethnische und soziale Konflikte. Das ist der Nährboden für Gewalt, Terrorismus und Krieg. Diese Menschen denken an das nackte Überleben, Umwelt und Nachhaltigkeit spielen für sie keine Rolle. Den größten Umweltverbrauch haben allerdings die reichen Länder zu verantworten.

Das Verlangen nach Tropenholz und die Entwaldung zu Gunsten von Agrarflächen haben in den letzten 100 Jahren dazu geführt, dass der für das Weltklima so wichtige Tropenwald zu 50 % abgeholzt ist. Und immer noch, jede Sekunde wird weiterhin weltweit eine Waldfläche von zwei Fußballfeldern zerstört.


Wir verbrennen täglich soviel Erdöl und Kohle, wie sich in 1000 Jahren während der Eiszeiten gebildet haben. Dabei entstehen in Öfen und Kraftfahrzeugen riesige Mengen von Gasen, die von den Pflanzen und Meeren nicht mehr absorbiert werden können. Die Schadstoffe reichern sich in der Atmosphäre an und verändern das Weltklima.Klimakatastrophen wie Dürre und Überschwemmungen sind die Folge.

Böden erodieren und stehen der Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Mit unserem Tourismus dringen wir immer weiter in bislang unberührte Naturräume vor und hinterlassen unsere irreversiblen Spuren. Wir verlegen und bauen tausende Kilometer Öl- Gaspipelines und Verkehrswege durch ökologisch wertvolle Gebiete, überfischen die Meere, verschmutzen Flüsse und Ozeane und stören so massiv das empfindliche Ökosystem und zerstören damit im Endeffekt für immer unsere Lebensbasis.

Und national? Sind wir Deutsche besser?


Allein in Deutschland werden täglich 115 Hektar Land mit Verkehrswegen, Wohngebäuden, Industrieanlagen, Supermärkten und Parkplätzen versiegelt. Wissenschaftler haben diesen Flächenverbrauch Hochgerechnet. Das Ergebnis ist alarmierend: Wenn wir diesen Trend nicht stoppen, wird in 80 Jahren die gesamte Agrarfläche verloren sein.

Auch wir deichen Flüsse ein, bauen in Auenlandschaften und wundern uns anschließend über Hochwasserkatastrophen.

Wir verbrauchen statistisch täglich 128 Liter Trinkwasser, während weltweit ca. 3 Milliarden Menschen ohne sauberes Wasser auskommen müssen. Bedenken wir, dass nur 0,7 % der Wasservorkommen auf diesem Planeten als Trinkwasser geeignet ist und nicht vermehrt werden kann. Zukunftsforscher sagen voraus, dass in wenigen Jahrzehnten in vielen Ländern der Erde Trinkwasser so knapp sein wird, dass es zugeteilt werden muss.

Die Vorkommen fossiler Energieträger wie Kohle, Gas, Erdöl und das Uran werden in weniger als 200 Jahre für immer ausgebeutet sein. Wir produzieren mit unserem Konsumverhalten viermal soviel Müll und neunzig Mal soviel Sondermüll wie ein Entwicklungsland. Wir hinterlassen unseren Kindern Altlasten und Schulden

"Nach uns die Sintflut"?


So lange wird es nicht mehr dauern. Die Katastrophen spielen sich nicht mehr nur allein in den Entwicklungsländern, in Asien, Afrika, und Lateinamerika ab. Inzwischen sind wir alle betroffen. Durch die globale Erwärmung hat das polare und das Eis der Gletscher in den Bergen zu schmelzen begonnen - mit drastischen Folgen. Der Meeresspiegel ist im vergangenen Jahrhundert bereits um 10 - 20 cm angestiegen und es droht ein Anstieg um weitere 90 cm in den nächsten 100 Jahren. Dies bedeutet nicht nur den Untergang der Malediven, sondern dass sich sogar die deutsche Küstenlinie um viele Kilometer in das Landesinnere verschiebt.

Wir beobachten, dass Naturkatastrophen sich in immer kürzeren Abständen wiederholen, aber wir reagieren nicht oder viel zu langsam.

Fluten, die bereits seit Jahrzehnten jährlich Länder wie z.B Bangladesh oder China heimsuchen, sind inzwischen auch vor unserer Haustür abgekommen sind. der Schaden der schweren Unwetter von 2002 wird auf ca. 26 Milliarden € allein in Deutschland geschätzt.
Die Ausgaben der Versicherungsbranche für witterungsbedingte Schäden sind in den letzten 10 Jahren gegenüber den Jahrzehnten davor um ein Mehrfaches angestiegen. Die Unwetterschäden eines einzigen Sommers übersteigen mittlerweile die Kosten eines 10-jährigen Ausbauprogramms für erneuerbare Energien um ein Vielfaches. Nach Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes haben sowohl Stürme als auch Windgeschwindigkeiten in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Was können wir daraus lernen?

Wer rechtzeitig und nachhaltig handelt, spart enorme Kosten für die Beseitigung der Schäden. Die frei werdenden Gelder stehen der Volkswirtschaft für sinnvollere Ausgaben zur Verfügung.

 
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